Arabella Kiesbauer
ORF.at/Dominique Hammer
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Porträt

Arabella Kiesbauer

Mit 18 Jahren war sie das Gesicht und die Stimme der legendären ORF-Jugendsendung „X-Large“, jetzt kehrt Arabella Kiesbauer zu ihrem anderen „Baby“ zurück: Als Moderatorin von „Starmania 21“ sucht sie nach zwölf Jahren wieder nach der besten Stimme Österreichs.

Man muss nur ihren Vornamen nennen, und jeder, der die deutschsprachige Medienbranche auch nur ein bisschen kennt, weiß, wer gemeint ist: Der Name „Arabella“ ist ein Markenzeichen. Die gebürtige Wienerin mit deutschem Pass hat seit 1989 eine Vielzahl an Sendungen – von der eigenen Talkshow bis zum Eurovision Song Contest – moderiert und führte zwischen 2002 und 2009 durch die vier Staffeln der ORF-Castingshow „Starmania“.

Dass dieses Aushängeschild der ORF-Unterhaltung jetzt ein Revival erfährt, lässt Kiesbauers Herz höher schlagen: „Ich bin schon in großer Vorfreude. ‚Starmania‘ ist Kult. Und momentan ist sowieso eine Phase, wo wir alle viel zu Hause sind und Unterhaltung und Ablenkung durch so eine großartige Show brauchen.“ Mehr dazu in „Die Marke ‚Starmania‘ gehört wiederbelebt“.

Veränderte Medienlandschaft

Über einen Mangel an Engagements kann sich die vielbeschäftigte Moderatorin nicht beklagen. Zuletzt hat sie im österreichischen Privatfernsehen durch die Sendungen „Bauer sucht Frau“ und „The Masked Singer“ geführt. „Die Medienlandschaft hat sich – wie unser aller Leben – in den letzten Jahren sehr verändert. Früher haben wir viel experimentiert, es war viel Geld da und man konnte einfach Dinge ausprobieren. Das ist jetzt natürlich anders. Aber man ist zum Glück draufgekommen, dass man Inhalte und Qualität braucht. Und das ist gut so.“

Starmania Staffel 1
ORF
Die erste Staffel „Starmania“ war für Arabella Kiesbauer ein Highlight ihrer Karriere

Nicht nur beruflich ist Kiesbauer durch Höhen und Tiefen gegangen. Am 9. Juni 1995 wurde auf sie im Rahmen einer rassistisch motivierten Anschlagserie ein Briefbombenattentat verübt, bei dem eine Assistentin verletzt wurde. Der Täter Franz Fuchs wurde später gefasst und nahm sich nach seiner Verurteilung das Leben. Alltagsrassismus sei nach wie vor ein allgegenwärtiges Thema, auch wenn sie selbst damit entspannt umgehe, so die Wienerin. „Wenn man offen auf die Menschen zugeht und kommuniziert, kann man viele Vorurteile gleich aus dem Weg räumen.“ 2013 wurde Kiesbauer für ihr Engagement gegen Rassismus und für Toleranz mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Stargast: Arabella Kiesbauer

Arabella Kiesbauer ist die Frau, die Starmania schon vor gut 19 Jahren moderiert hat, und die jetzt zu jener Show zurückkehrt, mit der sie in Österreich einst für Furore sorgte und die ihr eine Romy einbrachte.

Ihre Freizeit verbringt die polyglotte 51-Jährige (spricht fließend Französisch, Englisch und Spanisch) am liebsten in der freien Natur: Mountainbiken, Inlineskaten, Skifahren und Bergwandern sind ihre Hobbys. Doch auch zu einem guten Essen oder einem Spieleabend im Freundeskreis sagt Kiesbauer nicht Nein.

Castingshow als Sprungbrett

Privat ist sie seit 2004 mit dem Wiener Florens Eblinger verheiratet. Das Paar hat eine 13-jährige Tochter und einen 10-jährigen Sohn und lebt in Wien. Was sie als Mutter sagen würde, wenn ihre Kinder später einmal an einer Castingshow teilnehmen wollen würden? „Es kann ein fantastisches Sprungbrett sein, aber man muss natürlich der Typ dafür sein. Ich selbst war in jungen Jahren sehr schüchtern, abgesehen davon, dass ich nicht so gut singen kann. Aber selbst wenn ich singen hätte können, ich weiß nicht, ob ich mich das getraut hätte. Und das ist halt auch ein Punkt in Bezug auf meine Kinder, ob sie vom Charakter her die richtigen wären, sich so auf die Bühne zu stellen. Mein Sohn wahrscheinlich mehr als meine Tochter.“

„Da habe ich gewusst: Wow, das übertrifft all unsere Erwartungen.“

Fragt man Kiesbauer nach einem Highlight ihrer Karriere, so fällt ihr tatsächlich der Moment ein, als sie 2002 erstmals die damals neu aufgebaute „Starmania“-Bühne betrat: „Als ich bei der ersten großen Studioprobe dabei war – das war zwei Tage vor der Sendung – war das eigentlich noch ein intimer, privater Moment. Nur mit den Mitarbeitern und den Kandidaten, und ich habe zum ersten Mal gesehen, was das wird. Und das war wirklich mega. Da habe ich gewusst: Wow, das übertrifft all unsere Erwartungen.“