Ina Regen
Gerd Schneider
Gerd Schneider
Porträt

Ina Regen

Ina Regen, vor ein paar Jahren in Österreich noch ein unbeschriebenes Blatt, hat binnen kürzester Zeit in der Alpenrepublik eine steile Karriere hingelegt. Zuvor hatte sich die gebürtige Oberösterreicherin jahrelang in verschiedenen Bereichen der Musik betätigt, bis sie ihre wahre Leidenschaft fand: Komponieren und Singen im österreichischen Dialektpop. Aktuell darf die Amadeus-Preisträgerin Teil der Jury von „Starmania 21“ sein, eine Herausforderung, die sie gerne annimmt.

Österreichs Senkrechtstarterin Ina Regen, bürgerlich Regina Mallinger, wuchs in Gallspach, einer kleinen Gemeinde in Oberösterreich, auf. Ihre Ausbildung im Jazz- und Populargesang schloss sie 2008 mit Auszeichnung ab. Ein Jahr später unterrichtete Regen am oberösterreichischen Landesmusikschulwerk, später Gesang an der Musikschule.

Regen komponierte und sang als Frontsängerin und war auch als Musicaldarstellerin jahrelang erfolgreich. Die Wahlwienerin war zudem Backgroundsängerin und sang mit und für österreichische Größen wie Marianne Mendt, „Folkshilfe“ und Conchita. 2018 war Regen beim wichtigsten Musikpreis des Landes, dem Amadeus Austrian Music Award, für den Song des Jahres nominiert. Ein Jahr später erhielt sie die Auszeichnung in der Kategorie „Album des Jahres“ für ihr Debütalbum „Klee“.

Mit Ballade ins Rampenlicht

Als Komponistin schrieb Regen zunächst auf Englisch, später auf Deutsch. Im Zuge des Eurovision Song Contests 2012 lernte Regen Conchita kennen. Zusammen veröffentlichten sie 2017 eine Coverversion von „Heast as net“. Ihren großen Durchbruch feierte die 36-Jährige mit ihrem Mundarthit „Wia a Kind“ und wagte mit ihrer gefühlvollen Ballade den Schritt ins Rampenlicht. Nach ihrem Debütalbum „Klee“ erscheint im Frühjahr 2021 Regens zweites Album „Rot“.

Aktuell ist die Allrounderin Teil der dreiköpfigen Jury von „Starmania 21“ und kann den Start der Show kaum mehr erwarten. Jury-Kollegen Tim Bendzko hat Regen bereits getroffen: „Wir haben uns schon einmal kurz kennengelernt, als ich mit meinem Album unterwegs war und Tim seine aktuelle Single vorgestellt hat.“ Ina und Fiva – Nina Sonnenberg – haben ihre Freude darüber, gemeinsam in der Jury von „Starmania 21“ zu sein, via Instagram ausgetauscht. Regen ist gespannt, ob sie mit Fiva und Tim in den Entscheidungen bezüglich der Gesangstalente viele Übereinstimmungen haben wird.

Ina Regen
Gerd Schneider
Als Jury-Mitglied hofft Ina Regen auf einen lebendigen Dialog mit Nina „Fiva“ Sonnenberg und Tim Bendzko

„Es treffen alle ihre eigene Entscheidung. Wir werden uns nicht absprechen und auch nicht konsensorientiert ein Urteil fällen.“ Jede und jeder gehe nach ihren/seinen eigenen Bewertungskriterien vor, „woraus sich hoffentlich ein lebendiger Dialog ergeben wird“. Die Sängerin findet es gut, dass sie in der Jury zu dritt sind, weil sie so in jedem Falle mehrheitsfähig seien.

Fühlbarer Hype

Dass „Starmania 21“ das Potenzial habe, an frühere Erfolge anknüpfen zu können, davon ist die gebürtige Oberösterreicherin überzeugt. „Ich denke schon, dass die Neugierde und das Interesse, speziell bei der Generation, die dazumal schon mitgefiebert hat, wieder da sein werden.“ Sie selbst habe auch als Jugendliche die Show abends vor dem Fernseher mitverfolgt und am nächsten Tag in der Schule während der Pausen mitdiskutiert. „Der Hype damals war fühlbar, ich denke schon, dass es das Potenzial dafür wieder geben kann“, so Regen.

„Starmania“ war damals ein fühlbarer Hype. Das Potenzial für „Starmania 21“ wäre wieder da.

Castingshows hätten sich aber in den letzten 20 Jahren stark verändert und das müsse man auch berücksichtigen. Regen habe den Eindruck, dass die Sendungsverantwortlichen für die Show entsprechend reagiert und viele Überlegungen angestellt haben, „damit auch ‚Starmania 21‘ seinen Platz in den Wohnzimmern der Nation findet“.

„Eintrittsticket, das mich catcht“

Achten wird Regen bei den Kandidaten auf die Stimme und die gesangliche Performance: „Das ist das Eintrittsticket, das mich interessiert und catcht.“ Das Gesamtpaket spiele eine große Rolle: „Wie passt die Persönlichkeit zur Stimme und zur Performance? Mir sind Authentizität, Ehrlichkeit und Unmittelbarkeit im Ausdruck sehr wichtig.“ Diversität und Unterschiedlichkeit in den Performances beeindrucken die ausgebildete Jazzsängerin besonders: „Wenn ich das Gefühl habe, dass ich ständig etwas Neues entdecken kann, das echt und nicht konzipiert ist.“ Eigenständigkeit und Individualität sind Regen wichtig, Eigenschaften, die die Sängerin sehen und wahrnehmen möchte: „Auf das freue ich mich am allermeisten.“

„Ich möchte Individuen erleben“

Offen und aufgeschlossen gegenüber den Talenten will die 36-Jährige sein. Langweilig dürfe ihr bei den Darbietungen der Kandidatinnen und Kandidaten nicht werden, ihrer Meinung nach eine der schlimmsten Emotionen, die man in der Kunst auslösen könne. „Wenn ich das Gefühl habe, dass ich sowas schon hundertmal gesehen habe, ist das nicht herausfordernd. Ich habe beispielsweise keine große Lust, die hundertste Adele zu sehen.“ Adele sei großartig, es gäbe aber nur die eine und die ist deshalb so besonders, weil sie sie selbst ist. „Ich möchte Individuen erleben dürfen und die in ihrer Kunst sehen und hören“, so Regen.