Philipp Hansa Schwarz-weiß Porträt
Rene Hundertpfund
Rene Hundertpfund
Porträt

Auf ein Bier mit Philipp Hansa

Seine Stimme kennt das ganze Land, seit „Starmania 21“ kennt man auch das dazugehörige Gesicht: Ö3-Moderator Philipp Hansa ist vielbeschäftigt und hat schon mehr erlebt, als sein jugendliches Äußeres vermuten lässt. Radiohost, Schauspieler, Podcaster und jetzt auch TV-Kommentator – nichts davon war geplant, aber alles erwünscht.

„Im ‚Starmania‘-Team bin ich sicher derjenige, der am meisten auf der Couch der Zuschauer sitzt. Ich bin der, der die Insiderinfos hat, und vielleicht zusammen mit den Leuten, die zu Hause sind, ein Bier aufmacht oder einen Wein oder etwas Antialkoholisches – je nachdem, was es sein darf – und nebenbei ein paar Infos ins Ohr flüstert“, beschreibt Hansa seine Rolle bei der Castingshow, wo er im Studio von der Galerie aus live die Auftritte der Kandidatinnen und Kandidaten kommentiert.

Er, der als Ö3-Wecker-Moderator an ein Millionenpublikum gewöhnt ist, zeigt sich beeindruckt von der Komplexität einer TV-Show dieses Ausmaßes: „Eine Radiosendung kann man schnell mal machen. Aber so eine Liveshow mit all den Ton- und Lichttechnikern, den vielen Kameraleuten und allen anderen hinter der Bühne, das ist schon eine Herausforderung. Da braucht es eine perfekte Vorbereitung – auch von meiner Seite.“

Erfolg durch Leistung und Zufall

Der Weg ins Rampenlicht scheint dem gebürtigen Grazer schon seit der Volksschule vorgezeichnet zu sein. „Meine Lehrerin hat mich damals ein Rennen mit Hauspatschen in einer fiktiven Sprache kommentieren lassen, und als das alle so lustig fanden, war mir klar, dass ich wohl ganz gut mit Sprache umgehen kann.“ Hansa studierte BWL in Graz und landete schließlich 2012 im Rahmen eines Praktikums bei Ö3. Sein Plan war das nicht. „Ich habe mir nie Ziele gesteckt, weil es doch immer anders kommt. Erfolg ist das Ergebnis aus Leistung und Zufall. Leistung muss man durch Disziplin erbringen, Zufall muss passieren.“

Philipp Hansa im Studio
ORF.at/Sonia Neufeld
Im „Starmania“-Studio kommentiert Philipp Hansa die Auftritte von der Galerie aus und frönt dem heiteren Geplänkel mit Moderatorin Arabella Kiesbauer

Neben den diversen Radioshows, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, hat Hansa auch seine Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckt. Bereits während eines Schuljahres in Australien besuchte er dort eine Schauspiel- und Dramaklasse, mittlerweile war er schon in mehreren Rollen im heimischen Fernsehen zu sehen. Auf eine Charakterrolle muss der 30-Jährige noch warten, was vielleicht auch seinem jugendlichen Äußeren geschuldet ist. „Es ist noch nicht so lange her, dass ich beim Bierkaufen nach dem Ausweis gefragt wurde“, schmunzelt er. Sein neuestes Projekt ist der Podcast „Hawi D’Ehre“, in dem er gemeinsam mit Ö3-Kollegin Gabi Hiller und Musiker Paul Pizzera über Gott und die Welt plaudert.

Was im Leben wichtig ist

Obwohl Hansa durch seine Tätigkeit als Interviewer mit Hollywoodstars auf Du und Du ist, spielen in seinem Leben andere Themen eine wichtigere Rolle. Er engagiert sich für den Umweltschutz und unterstützt seit seiner Jugend Menschen mit Behinderung. „Ich bin als Kind in einen inklusiven Kindergarten gegangen, das Thema begleitet mich seither. Menschen mit Behinderung verdienen die genau gleichen Chancen wie alle anderen, das ist in Zeiten von Corona in den Hintergrund gerückt. Da bleiben die Menschen, die es per se schon nicht so leicht im Alltag haben, über. Deshalb ist zu dem Thema in Ö3 etwas Größeres im Mai geplant, wo ich dann wieder mein Gesicht und meine Stimme dafür hergeben darf.“

Auf die Frage nach seinen Zukunftsträumen fällt dem Moderator eine Reise nach Australien und Neuseeland ein – wenn man wieder reisen darf. Aber ansonsten habe er keine großen Ziele und schon gar nicht würde er dafür über Leichen gehen. „Weil am Ende musst du ja noch in den Spiegel schauen können und egal, was ich noch erreiche – ob es ein Oscar ist oder bei Ö3 oder im österreichischen Fernsehen – es muss immer auf Augenhöhe mit anderen Menschen sein. Ich würde mir wünschen, dass es irgendwann über mich die Schlagzeile gibt: ‚Er hat es gefunden.‘“ Gefunden hat er jedenfalls die Liebe zu „Starmania“, denn auf die Frage, ob er es wieder machen würde, kam ohne zu zögern die Antwort: „Ja!“